Afrikatag

Afrikatag


Der Afrikatag ist ein Informationstag für die achte Jahrgangsstufe. Er findet seit 2013 jährlich am Pestalozzi-Gymnasium statt.

Aus Gründen der guten Nachbarschaft stellte uns das Deutsche Museum von seit jeher das wunderbare Auditorium im Bereich ZMT (Zentrum Moderne Technologien) zur Verfügung.

Das Museum hat durch seine großzügige Unterstützung sehr dazu beigetragen, das Format dieses Projekttags mit einem Eingangsreferat für alle ca. 130 teilnehmenden Schülerinnen und Schüler der 8. Jahrgangsstufe durchzusetzen und weiter zu entwickeln.

Was 2018 geplant ist, erarbeitet sich die Klasse 9a ab Dezember 2017. Der Arbeitstitel lautet „Frauen“.

Beginnend mit dem ersten Afrikatag im Juli 2013 stellen wir im Folgenden alle Informationstage kurz vor. Gerne nehmen wir Anregungen für Gestaltung und Themen an, wenn Ihnen beim Durchblättern etwas einfällt.

Sie erreichen uns unter: info@liberiaprojekt.de

Ihren Mitgliedsantrag können Sie sich hier runterladen.

Unsere Motivation:


Afrikatag 2013:

Referenten Johnny-Clement Kombo und Michael Jentzsch (Vertreter des Projekts in Liberia und Autor des Jugendbuchs „Die Blutsbrüder“) im Deutschen Museum, anschließend: kleine Fachseminare zu Themen wie: Konjorloe (ein singuläres Projekt im liberianischen Hinterland, dessen Initiator 2012 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde. – Gast: Rudolf Janke), Eingeborenentraditionen in Liberia (Gast: Siegfried Wolfram, Autor und Sammler), Medizinische Versorgung im Hinterland (Gast: Thomas Böhner von Help Liberia e.V.), Mädchenbeschneidung (bei mehreren Völkern in Liberia ein Thema, Gast: Fadumo Korn, Autorin und Dolmetscherin), ein Trommelworkshop (Gast: Famadi Sako, Djembe-workshop) und ein Tanzworkshop.

Besuch der 8. Kasse auf Erlebnisfahrt
Die achte Klasse, die beim Afrikatag nicht dabei sein konnte, weil sie auf Erlebnisfahrt war, wurde extra besucht.

Afrikatag 2014:

Im Februar 2014 findet der Afrikatag erstmals mit dem festen Datum in der Woche vor dem Zwischenzeugnis statt. Referentin ist die Autorin und Sozialarbeiterin Patricia Hofmann, deren Vater wie viele Liberianer in den 70er Jahren in Deutschland Medizin studierte, dann aber wieder zurückwollte. Sie berichtete im Deutschen Museum von ihrer kritischen Beziehung zum Land ihres Vaters. Dabei ging sie auch besonders auf die Rolle der Frauen in Liberia ein und welche Schwierigkeiten sie hatte, sich anzupassen, als sie das erste Mal bei ihren dortigen Verwandten übernachtete. Eindrücklich erzählte sie von ihrem Besuch einige Jahre nach ihrer ersten Begegnung – seither kann sie die Differenz genießen. Sie lebt in zwei Welten und empfindet das als Bereicherung. Unsere Schüler stellten viele Fragen zu Familienstrukturen und Mädchen. Die Workshops im Anschluss an den Vortrag hatte das Thema: Was macht Schule für uns lebenswert. Es wurden Elektromotoren gebaut, Handball und Schafkopf gespielt. Die Workshop-Aktivitäten wurden in Texten und kurzen Filmen dokumentiert. Zwei Kolleginnen nahmen das Material im Juni 2014 als Gesprächsanlass nach Liberia mit.

Schüler des Liberia AKs im Deutschen Museum
Der Liberia-Ak präsentiert das Programm des Afrikatags 2014 im Deutschen Museum.

Afrikatag 2015:

Nach dem verspielten Afrikatag 2014 fand im Februar 2015 mit Marc Engelhardt, einem UN-Weltreporter aus Genf, ein durchaus anspruchsvoller Afrikatag statt. Wie alle anderen Referenten blieb auch er bis nach Schulschluss. Der Titel seines Vortrags lautete „Wie anders ist Liberia“. Unser Arbeitstitel war: „Wie leben Menschen in Liberia?“ Marc Engelhardt berichtete mit vielen Fotos von neuen Entwicklungen in vielen afrikanischen Staaten. Beeindruckend war zum Beispiel, dass bisweilen Technik aus dem Westen unter afrikanischen Bedingungen (mangelhafte Infrastruktur) nicht nur eine andere Bedeutung hat als bei uns, sondern auch weiterentwickelt wird. So funktioniert bankenloser Zahlungsverkehr mit dem Handy in Kenya zuverlässig und kostengünstig. Es wird keine Bank benötigt. Mit dem Material aus den Workshops wurden unter anderem das Roll.Up „Afrikatag“ und eine ganze Mappe voller Texte und Zeichnungen erstellt.

Programm des Afrikatags 2015

Afrikatag 2016:

Im Februar 2016 hatten wir zwei Referenten: Michael Jentzsch, den Autor der „Blutsbrüder“ und den DAAD-Studenten Julius K. Kanubah. Julius begann mit seiner persönlichen Geschichte während des liberianischen Bürgerkriegs. Er schilderte, wie es sich anfühlte, als beinahe jeder in seinem Dorf danach trachtete eine Waffe zu bekommen. Und er berichtete, wie dringend er sein Land verteidigen wollte – ganz so wie im Film. Die Wirklichkeit sah dann sehr traurig aus, denn seine Eltern mussten in ein Flüchtlingscamp in Guinea fliehen. Nicht einmal die Sprache verstand er dort – und konnte erst sehr spät mit seiner Schulaufbahn beginnen. Julius half dem Liberiaprojekt im Jahr 2016 immer wieder. Anfang Juli kam er in die Schule und besuchte an drei Tagen verschiedene Klassen während ihres Unterrichts. Die Rückmeldung von den beteiligten Lehrkräften war differenziert und durchweg positiv. Ende Juli lief er beim Lozzilauf mit, durch den wir den Grundstock für die Finanzierung unserer Projekte erwirtschaften. Im August schließlich flog er für den Verein nach Liberia und kam mit schönen Bildern und einigen Anregungen zurück. Michael Jentzsch, Basketballer und Englischlehrer in Ritterhude, konnte in der zweiten Hälfte des Vortrags das Publikum mitreißen. Alle Schüler wünschten sich, dass er auch im darauffolgenden Jahr wiederkommen sollte. Der Afrikatag 2016 war der erste, der nicht von Erwachsenen, sondern von Jugendlichen organisiert wurde. Im Rahmen des Deutschunterrichts (ca. 27 Schüler im Alter von 15 Jahren) werden Arbeitsgruppen gebildet, die über Selbstreflexion und Themenfindung bis hin zu Recherche und Expertenanhörung den Projekttag für ihre jüngeren Mitschüler gestalten.

Programm des Afrikatags 2016

Afrikatag 2017:

Im Februar 2017 war Nadine Golly – Aktivistin der Black Community in Deutschland (KARFI) – unser Gast. Der Titel: Afrika vor Ort. In der Vorbereitung gingen wir Anzeichen von Rassismus und rechtsradikalen Haltungen nach. Diesmal hatten wir viele Gäste von außerhalb: Frau Anfang als Vertretung des liberianischen Honorarkonsulats in München, Frau Neumayer mit vier Schülern der städtischen BOS Wirtschaft, Robert Ahiagba, Eigentümer des Catering-Services/Restaurants Makula in der Dreimühlenstraße, dem wir seit 2015 verdanken, dass unsere Workshop-Organisatoren die westafrikanische Küche kennenlernen können. Wieder mit dabei war auch Famadi Sako mit der Leitung des Djembe Workshops, außerdem zum ersten Mal Yosemeh Adjei als Chorleiter.

Aufteilung auf die verschiedenen Workshops. Besonders großes Interesse fand der Gesprächsworkshop: Gut gemeint ist nicht genug. In der Mitte Nadine Golly mit einer Kollegin aus dem Pestalozzi-Gymnasium.