Die alten Griechen hatten es mit ihrer Demokratie noch leichter als wir modernen Menschen. Viel leichter.

Öffentlichkeit war patriarchaler Raum. Frauen gab es da viele, aber keine, die als Bürgerinnen anerkannt worden wären. Hetären waren hoch respektiert als Gesprächspartner, als Ablenkung und Erholung und zum besseren Verstehen der eigenen Anteile am vermeintlich so ganz anderen Geschlecht. Bei aller Empathie, dieses Leben ist einfach sehr weit weg von uns. Einerseits war alles noch ganz unreglementiert von Moral – der uns prägenden der monotheistischen Religionen -, andererseits war eben strengstens definiert, was einzig und allein nur moralisch sein konnte. Ausschließlich das, was die Tradition vorgab, was der Brauch war, konnte Bestand haben. Die große Ausnahme: das, was im öffentlichen Raum durch die Männer der Volksversammlung aus der Tradition gemacht wurde, das hatte den Geschmack der Freiheit, wie wir sie heute verstehen würden.

Die Idee von der Teilhabe aller Landschaften war damals schon die stärkste Vermischung, die man sich vorstellen konnte. Unordnung konnte niemand wollen.

Wir wollen heute unserem Grundgesetz folgen, das dem Einzelnen den Schutz seiner Würde verspricht und allen die Gleichheit vor dem Gesetz. Da merken wir, dass die Gleichberechtigung aller nicht ohne Nachteilsausgleiche zu erreichen ist und dass die, die traditionell so stark sind, dass sie ungestraft für andere sprechen können, ein wenig zurücktreten müssen, um die vielen, die nun auch dabei sein können, teilhaben zu lassen. Inklusion ist der Grundgedanke der liberalen, offenen Gesellschaft, die sich unter der Herrschaft des Gesetzes selbst organisiert.

Geht das auch schon für Heranwachsende? Wie kann man in der Schule Demokratie lernen? Solche und ähnliche Fragen stellen sich, sobald man über den Tellerrand seiner eigenen kulturellen Prägung hinwegsieht.


Der Germanist Ladislaus Ludescher hat sich für die aktuelle Ausstellung seiner Arbeitsgruppe gefragt, wie unsere allgegenwärtigen Medien unser Weltbild formen.

Wir, die Leute, die sich für Globales Lernen, den Umwelt- und den Liberia-Ak interessieren, finden: Demokratie muss etwas Praktisches sein.

Als Lernort bietet sich das Treppenhaus an. Anders als das Klassenzimmer ist es ein ausschließlich öffentlicher Raum – wie die Agora in Athen etwa. Weil Demokratie mit Kindern nur teilweise funktionieren kann und deshalb weder in Familie noch in der Schule wirklich gelernt und gelebt wird, bauen wir jedes Jahr mindestens einmal eine Ausstellung im Treppenhaus auf. Ziel ist der freie, aber öffentliche Meinungsaustausch.

Hier geht es zu unserer Ausstellung 2023


Unsere Ausstellung im Jahr 2022 beschäftigte sich mit Inklusion dort, wo sie ganz unumgänglich ist. In sehr vielen Ländern werden immer noch Minen eingesetzt, um Bewegungen des Kriegsgegners zu verhindern. Die Folge: zahllose Zivilisten werden ihrer Möglichkeiten sich ohne Hilfe zu bewegen, beraubt- sie erleiden schwerste Verletzungen. Unsere Ausstellung hat alle sehr schockiert. Besonders beeindruckend war auch der Katalog, den Handicap International dazu in einfacher Sprache mitgab.

Die Fotografien sind alle von Till Mayer, den wir in der Berusoberschule auch selbst treffen konnten. Besonders engagiert waren dabei die Neuntklässlerinnen aus dem Liberia-Ak.

Hier ist der Link zu Till Mayers Website und einer zu Handicap-International.


Alle, die das Liberiaprojekt kennen, dachten sicherlich, sie wüssten, was eine Pandemie ist, als 2020 Corona anfing – grassierte 2014/15 doch das tödliche Ebola-Virus. Die Vorsitzende war in beiden Jahren vor Ort und einige aus dem Netzwerk des Liberiaprojekts, das bis in die Bundeswehr und die Krankenpflege hineinreicht, waren sogar beruflich mit der Hilfeleistung befasst.

Die kam damals oft viel zu spät und ganz konkret konnten wir im Projekt beobachten, dass im selben Moment, in dem sie einsetzte, die Eigeninitiativen vor Ort zurückgingen – ein ebenso unaufhaltsamer wie unerwünschter Lernprozess – dem wir im Übrigen durch das Liberiaprojekt aus dem Weg zu gehen versuchen.

Eine Ausnahme war 2014 der Bildungsbereich. Monrovia ist seit dem Bürgerkrieg extrem überbevölkert. Durch den Krieg hat sich die Bevölkerung vervierfacht. Was sollen Familien unter diesen Umständen tun, wenn die Schulen und die Märkte geschlossen werden? Jeder und jede wollte da nur noch weg.

Unsere erste Ausstellung im Jahr 2021 hatte Migration zum Thema. Es war der erste Sommer, in dem sich unsere Schule wieder anschickte das zu werden, was sie eigentlich sein sollte: ein Ort der Ordnung, innerhalb der sich alle verwirklichen, indem sie mit- und voneinander lernen.

Wie sehr sich auch unsere Schule selbst entwerten würde, konnten wir damals noch gar nicht ganz erfassen.

Mal sehn, was wir hier aus den Krisen machen können. Wir haben jedenfalls allen Respekt vor unseren liberianischen Freunden. Sehen Sie sich dazu das neueste Image Video von 2023 an. Wir wünschen viel nachdenkliches Vergnügen!

Hier geht es zur Ausstellung über Migration, die uns die Friedrich-Ebert-Stiftung ausgeliehen hat.