Schüleraustausch

Times are changing …

The run had been long, but contemplation has always been a most valuable use of time

Vorgeschichte:
Am Anfang stand die Einsicht, dass wir alle mehr persönliche Begegnungen wollen. Das war eine klare Abgrenzung gegenüber früheren Zielsetzungen für Liberiareisen der Vorstände. Die dienten allein der Kontrolle.

Fabian Lechner, damals 2009, bei der ersten „Kontrollreise“ als Schüler*innenvertreter dabei
Siegfried Wolfram (R.I.P) und Roswitha Wagner-Roseeu, beim Kontakt mit zwielichtigen Bankern und beim Versuch, effiziente Beschulung nach deutschem Verständnis im Nachkriegsliberia zu organisieren, 2009
Die sehr sehr liebe Michelle Peters, die uns leider viel zu früh verlassen hat, 2009
  • 2013 besuchte der Country Representative von Pro Liberia e.V. München.
Pater Anthony, der die Kriegszeit über als Nigerianer von den MSP (St Paul’s Missionary) für die katholische Kirche in Liberia eingesetzt war, mit seiner Jugendgruppe. (Children’s Ministery). Vorne, der zweite von rechts Johnny-Clement Kombo (Jahrgang 1978). Pater Anthony Nnamah lebt heute in Großbritannien und hatte nach 2006 keine Aufgaben mehr in Liberia.
  • Father Johnny war zwei seiner vier Wochen in München als Gast an unserer Schule und schenkte uns die Motivation zum allerersten Afrikatag. Der Afrikatag ist seither ein Informations- und Workshoptag für die achte Jahrgangsstufe.
Pestalozzi-Gymnasium 2013
  • 2014 reisten Andrea Schaal und Christina Häusl nach Liberia, um einen Lehrer*innen-Workshop zu halten und alle Schülerinnen, Schüler und die Erwachsenen, die sich im Projekt engagieren, kennen zu lernen. Ziel war es, Kommunikationsmöglichkeiten zu finden und eine Grundlage für vertrauensvolle Kooperation im Bezug auf Jugendliche zu legen.
Yabadee, die Erzieherin von Magret Gieraths-Nimines (verstorben, 2020) Gerlib-Center, hinten Christina, Father Johnny, Joe, Paul, vorne Mathew, viele die heute schon Eltern sind, viele, die noch freiwillig mithelfen, dass das Liberiaprojekt sich weiterentwickeln kann und einige, die demnächst die Schule beenden können, weil aus Deutschland Schulgeld überwiesen wurde. Vorne rechts, Andrea Schaal.
  • Schülerinnen und Schüler schreiben sich seit 2012 persönliche Briefe und sind nun teils schon seit vielen Jahren in Kontakt miteinander. Der Wunsch, sich auch einmal persönlich kennen zu lernen, wurde dadurch immer größer. Mit der Corona Pandemie kam 2020 die Videokonferenz als regelmäßiger internationaler Treffpunkt hinzu.
  • 2014 brachte die Ebola-Epidemie neben allen Grausamkeiten auch eine positive Entwicklung: die Chance selbst Schule zu machen und sich eigene Bildungsangebote zu überlegen. Ein Unterrichtsraum wurde gegründet und später in die Bibliothek (der sog. reading room) umgewandelt, ein jährlicher Schreibwettbewerb wird seither veranstaltet und von da an wurde in Liberia sehr darauf geachtet, dass sich Workshops bilden, Exkursionen gemacht werden und mehr Zusammenarbeit im Projekt entsteht.
  • 2015 konnte aufgrund der Nach-Ebola-Situation keine Reise von Liberia nach Deutschland unternommen werden. Also waren wieder wir aus Deutschland in Liberia die Gäste.

In unseren Gesprächen und gemeinsamen Erlebnissen taten sich damals zwei Einsichten auf:

  1. Es wäre wichtig, dass es einen eigenständigen Verein in Liberia gibt, damit jeder, der ins andere Land fliegt, auch wirklich nicht privat unterwegs ist, sondern zu Hause erzählen, diskutieren, Fragen beantworten und Fotos zeigen kann, damit alle auch als Gruppe profitieren.
  2. Ein jährlicher Besuch aus Deutschland in Liberia oder/und ein Besuch aus Liberia in Deutschland sind zur Motivation unbedingt notwendig.
  • 2016 waren Julius K. Kanubah (Liberianischer DAAD-Student) und Michael Jentzsch (Autor des Bestsellers Blutsbrüder, der die authentische Geschichte zweier Jungen im Liberianischen Bürgerkrieg erzählt) zuerst beim Afrikatag im Pestalozzi-Gymnasium unsere Gäste. Anschließend waren beide getrennt und zu unterschiedlichen Zeitpunkten in Liberia.
  • 2016 wurde From Street to School, Monrovia gegründet und der erste Versuch gemacht, ein Reiseprojekt mit einer Schülerin und einem Schüler zu starten. In Deutschland war der Vorstand wegen der sogenannten Flüchtlingskrise skeptisch und in Liberia scheiterten Erwachsene an beruflichen Aufgaben (Zeit!) und die Jugendlichen daran, dass sie sich nicht zutrauten, auch alle anderen fair an ihren Erfahrungen teilhaben zu lassen. Wie so oft: ein schwerer Anfang!
  • 2017 wurde Pro Liberia e.V. in From Street to School und Globales Lernen e.V. umbenannt. Die Satzung wurde so verändert, dass die beiden Vereine als eigenständige Körperschaften miteinander kommunizieren können. Der deutsche Verein wirklich nun nicht mehr hauptsächlich Kapitalismus sondern al Förderverein für die Liberianische non profit organization „From Street to School“. Projekte werden beidseits berichtet und vorgeschlagen, kritisch reflektiert und auch aus anderen Quellen finanziert. In Liberia fanden mehrere Workshops zu verschiedenen Themen statt. In München begannen der Liberia-Arbeitskreis und der Verein damit, alle ihre Initiativen nach Liberia zu kommunizieren. Wir berichteten, welche Ideen wir hatten, was wir damit bezweckten und wie die Projekte gelangen – oder, was gar nicht so selten ist, nicht so gut gelangen, wie wir uns das bei Beginn gedacht hatten.
  • Download zu unserer Liberiareise 2018, der Vorbereitungsreise für künftige Schüleraustausch-Aktivitäten
  • 2019 wurde From Street to School als Förderverein des Liberia-Arbeitskreises, einer entsprechenden Schülerinitiative in der Nelson-Mandela-Berufsoberschule und des gemeinnützigen Vereins From Street to School inc. in Liberia auch vom Finanzamt anerkannt.

Besuch aus Liberia im Februar 2019

„When I came back I got the adjustment of two ways of living or society. For presentations I think we presented the way they wanted.“
– Mary Saab-Johnson, 2019

Hier bei uns zählt die Produktivität im technisch messbaren Sinn am meisten. Diese Denkkultur verbindet uns über alle regionalen Kulturgrenzen hinweg. Wer in Deutschland aufwächst, dem wird es leicht gemacht, Arbeitsteilung im industriellen Sinn zu lernen, Themen ergebnisorientiert anzugehen, auf die Uhr zu schauen und sich an Regeln zu halten. Wer dasselbe in Liberia tut, merkt schnell, dass solches Verhalten nicht zum Glück führt und nicht erwünscht ist. In Liberia dominieren in allen Lebensbereichen vorindustrielle Organisationsformen. Solche Aussagen sind wahr und doch enthalten sie mehr unzulässige Verallgemeinerungen als die Wirklichkeiten beider Länder verdient haben. Für die Jugendlichen im Liberiaprojekt versuchen wir deshalb etwas anderes zu ermöglichen: echte Erfahrung mit echten Menschen.

Deshalb war der Schüleraustausch für alle, die mit ihm zu tun hatten, eine unvergessliche Erfahrung. Stellvertretend für alle Kolleginnen und Kollegen, die ihre Klassen in der Vortragssituation mit Mary und Bryce erleben durften, möchte ich unsere Chemielehrerin zitieren, Marys Lieblingsunterricht. Mary möchte gern Gynäkologin werden.

„So rückt die Welt ein bisschen näher zusammen, Vorurteile können über Bord geworfen werden und man kann sich gemeinsam neu auf den Weg machen! Danke an alle Organisatoren, die so etwas möglich machen!“

Unsere beiden Besucher waren 14 Tage, vom 10.2. – 24.2.2019, in München. An vier Tagen haben sie in Unterrichtsstunden hospitiert (zwei Tage am Pestalozzi-Gymnasium, zwei an der Nelson-Mandela-BOS), an vier Tagen konnten Kollegen an beiden Schulen Kurzreferate buchen. Eine wunderbare Erfahrung, denn die Referate waren freigehalten – ohne Fotos – und fanden in einer enorm konzentrierten Atmosphäre statt. Motivation pur! Als weitere Schule konnten Mary und Bryce die Berufsschule an der Bergssonstraße kennenlernen und waren überrascht. „It is so easy to learn in Germany“, kommentierte Mary die Vorteile. Keine überfüllten Klassen, Arbeitsmaterialien für jeden, schülerzentrierter Unterricht, Methodenvielfalt, nur 45 Minuten statt der 60 in Liberia und vor allem, meinte Bryce, „Schülerinnen und Schüler werden fair behandelt. Keiner schreit herum.“. Gabriel Laszlo von der Münchner Volkshochschule hat ihnen den Kern des Volkshochschulkonzepts erklärt und über das Inklusionskonzept der UN erzählt, das die Stadt München gemeinsam mit Volkshochschule und Stiftung Pfennigparade am Luitpoldzentrum verwirklicht. Mit dem Afrikatag am 14.2. konnten unsere Gäste einen Projekttag erleben. Begleitet wurden die beiden von Schülerinnen und Schülern des Liberia-Arbeitskreises und von Mitgliedern des Vereins From Street to School und Globales Lernen e.V.. Ihre Unterkunft war eine Wohnung am Stiglmaierplatz, in der sie privat eingebunden waren, selbst Besuch empfangen und entspannen konnten, wie sie es wollten. Es war Februar und ihre Wohnung war ganz sicher der wärmste Ort in München.

Mit der Corona-Pandemie hat sich Vieles verändert. Vor allem auch in der Schule. Zur Erinnerung an 2019 haben wir euch ein paar Videos zusammengeschnitten.

Interesse an weiteren Einzelheiten: Bitte wenden Sie sich an uns! Video ist privat. Nur auf Nachfrage!

liberiaprojekt@liberiaprojekt.de

ür die Fortsetzung des Schüleraustauschs benötigen wir Ihre finanzielle Unterstützung.

Kontoverbindung
Stadtsparkasse München
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BIC: SSKMDEMMXXX


November 2019, Statement by Mary Saab Johnson

November Essay comes from Mary Saab Johnson. She had been our essay-writing winner in the year 2016, when she was a pupil. Meanwhile Mary is targetting medical education at the University of Liberia. In 2019/February From Street to School offered her the opportunity to have a look at our conventions of everydaylife in the city of Munich and our schools which are Pestalozzi-Gymnasium and Nelson-Mandela-Berufsoberschule. She’s left some footprints in our minds and we have great regard for her continuous working with the younger ones From Street to school is in charge of. We asked her to write an essay headlined with:

HOW CAN YOU HELP ME IF YOU DON’T COME TO KNOW ME

Mary hält einen Vortrag.
Mary hält einen Vortrag in der Nelson-Mandela-Berufsoberschule in München

First, I suppose there are two key words that need to be defined for this essay to role on better wheels.

They are HELP and KNOW. 

HELP is an action given to provide assistance or aid. For example a person may ask „Mary, I need some help from you today for my cooking today.“ This means that the person seeks assistance from Mary.

KNOW to be acquainted or familiar with or to have encountered. An example could be „I know Mary but not her friend Bryce.“ This could mean that the person hadn’t encountered Bryce.

With such a little image on mind one can role the wheels of the essay. 

To help is a free assistance one renders to another person to make things easier for him/her by offering one’s services or resources.

The question is Can we help a person we don’t know? Do we even know how to assist a stranger? Should we help in anticipation of being helped or should we just do it out of kind heart?

The essay will provide some answers  and give you more ideas about how to accommodate unfamiliar people.

First one needs to know that at times a person should not cry out for help before you show him/her kind gesture. Just a smile can brighten. A smile needs no first encounter or acquaintance. It’s a natural fruit of being kind hearted. 

That smile can brighten someone’s day and turn a crummy day around into a good one.

That smile of yours can take away millions of worries from a person’s mind. 

Another kind gesture is holding a door for a person. This sounds simple but very significant. Many a time doors get whacked in people’s faces because the one who opened just keeps moving maybe because he or she doesn’t know the one following but that little act may create a lasting impression on people. 

Additionally, what will be great help is holding the doors for parents with children, those physically challenged ( those in wheelchairs) and people with arms full of stuffs. 

Most of the times our eyes are half blind so much that we do not actually see the needs of others. It’s not only our relatives and friends that we need to be nice to but also to those who we don’t know. Walk slow and look around clearly and through little know-gesture you’ll come to encounter others. 

Someone once said that it pays to give. No one who gives lacks. Offering assistance or helping someone got a practical lesson. The one who gives receives. Example offering a smile brings life and serenity to one’s physical outlook and the soul. 

Remember don’t offer an assistance and you expect something in return.The holy book says „It’s more blessed to give than to receive „. You should be cheerful in helping  not offering the aid grudgingly. Be satisfied as you help a stranger. Always put on a smile as you extend your helping hands. The recipient(s), some of whom you may know are surely going to be smiling , too, as they take possession of your gifts  item(s).

To conclude, to help a person one should have an encounter and this encounter is done through services offered. 

More charitable people are helping others they don’t know. Charitable home and organizations offer help in great ways . They offer donations and moral support to people  more than one can imagine. In all this people make great stride in getting to know people they help. This isn’t fully attached to very personal contact or encounter ; it can be done through culture, arts, socio-pitical backgroung, tradition, etc. 

Hence, if you don’t know me you can help by getting to know me; my culture, tradition, social ground, etc.